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Politik und Wirtschaft oder Celebrities und Virales - hier findet sich für jeden etwas!

Urban Berlin - Leben in der Hauptstadt

3.574.830 Einwohner (Stand: Dez. 2016) herbergt Berlin, aufgeteilt in 12 Bezirke, insgesamt gibt es 96 Ortsteile. Berlins wichtigsten Wirtschaftszweige sind unter anderem die Tourismus-, Kreativ- und Kulturwirtschaft. Immer neue, in der Hauptstadt gedrehte Filme tragen zu Letzterem bei. Auch die vielen Sitze verschiedenster Fernsehsender finden ihren Platz in der Großstadt, dabei handelt es sich sowohl um Sender wie MTV und VIVA als auch Das Erste und ZDF.

Doch nicht nur die Medienkultur inklusive Popkultur mit zeitgenössischem Kontext sind in Berlin vertreten, auch die Kunstkultur ist weit verbreitet. Dazu zählen nicht nur Festivals wie das seit 2015 veranstaltete Lollapalooza-Festival, auch Urban und Street Art gehören dazu.

Eine der wohl bekanntesten Kunstgalerien ist die "East Side Gallery".

Der 1,316 km lange, stets zusammenhängende Mauerabschnitt am Spreeufer in Friedrichshain stellt heute die längste Open-Air-Gallery der Welt dar. Nachdem die Mauer 1989 gefallen ist, haben sich umgehendknapp 120  Künstler aus insgesamt 21 Ländern auf den Weg gemacht, um einen Teil zur Verschönerung der Mauer beizutragen. Am 28. September 1990 dann die Eröffnung der Galerie, etwas mehr als ein Jahr später wird der Mauerteil unter Denkmalschutz gestellt. Seitdem hat sich eine Künstlerinitiative zusammengestellt, zusammen kämpft die "East Side Gallery e. V." für die Erhaltung der Mauer.

Seitdem hat sich die künstlerische Freiheit in Berlin immer mehr verbreitet, heute stehen immer wieder neue Kunstprojekte an. 2017 schrieb "The Haus" Schlagzeilen. 175 internationale Künstler haben sich getroffen, um eine alte berliner Bank vor dem Abriss in ein wahres Kunstobjekt zu verwandeln, die anschließende Ausstellung dauerte knapp 50 Tage.

Zuletzt fand ein ähnliches Projekt in der Hauptstadt statt.

Mit "Wandelism" haben sich 66 Künstler in vier Wochen dafür eingesetzt, aus der ehemaligen Wilhemsdorfer Autowerkstatt ein neues Kunstobjekt zu machen, bevor das Ganze abgerissen wurde. Auf insgesamt 2000 m² hatten die Künstler Platz. Das alles brachte ihnen viel ein, doch nicht etwa Eintrittskosten waren der Grund, dieser war völlig frei. Stattdessen hofften die Teilnehmer auf Spenden, um anschließend 30% dieser Einnahmen für ein geplantes Kita-Projekt zu nutzen. Dabei soll eine berliner Kindertagesstätte mit Kindern verschönert werden. Sowohl "The Haus" als auch "Wandelism" waren sehr beliebt, Letzteres wurde sogar um eine Woche verlängert, wodurch die Besucher bis zum Osterwochenende Zeit hatten, vorbeizuschauen.

Doch Kunst findet sich nicht nur in Galerien, auch öffentlich trifft man immer wieder auf verschiedene Graffitis, entweder schnell hingeschrieben oder schön und sorgfältig erarbeitet. SO auch auf Zügen oder Bahnen. Während in New York seit einiger Zeit bemalte Züge aus dem Verkehr gezogen werden, trifft man in London, Amsterdam oder Berlin immer mal wieder welche an.

Gegen diese neue Regelung in New York setzen sich manche Künstler ein, sagen, dass auch Graffitis als schützenswerte Kunst angesehen werden muss, sie seien die "eigene Sprache Jugendlicher".

Doch in Berlin setzt man sich nicht nur für die Pluralität der Kunst sondern auch für die Erhaltung der Gebäude ein. Dazu stören Graffitis manchmal, hier haben sich verschiedene Personen allerdings vor allem auf die störende Werbung konzentriert. Am 16. März diesen Jahres wurden verschiedene Fotomontagen veröffentlicht, auf denen man erst Berlins Monumente mit Werbung und anschließend ohne diese sieht.

Mit dem Programm "Hacking Urban Furniture" hat sich vor einem Monat eine Gruppe für dieses Zeichen an die Außenwelt eingesetzt. Eine bestehende Initiative "Berlin Werbefrei" hat diese Aktion als Anlass für ihre Idee genommen. Die Initiative möchte mit einem Volksentscheid durchbringen, weniger Werbung in der Stadt anzubringen, in Kitas, Schulen und Unis soll Werbung völlig verschwinden. Bereits 10.000 Berliner haben für eine Durchführung des Volksentscheids gestimmt, dieser könnte im zweiten Quartal nächstes Jahr stattfinden. Die Ausstellung der Fotomontagen war bis zum 25. März 2018 zu sehen.

Zuletzt 2017 ist eine alte Wandzeichnung wieder aufgetaucht - obwohl sie niemals da war. Es hat in etwa derselbe Effekt wie mit der Werbung stattgefunden. Ein 1977 eingeweihte und von Eduardo Paolozzi erschafftes Gemälde wurde seit langer Zeit von einer berliner Bank verdeckt, diese wurde letztes Jahr abgerissen und brachte das verloren geglaubte Bild wieder zum Vorschein. Solche urbane Kunst nimmt immer mehr Platz im alltäglichen Leben ein, auch Museen stellen mittlerweile langwierige Street Art Gemälde aus. So auch das "MUCA", ein Museum speziell für Urban und Street Art, das bereits in München und Berlin steht. Geöffnet von Dienstag bis Sonntag und 10-18 Uhr können sich Besucher verschiedenste Gemälde anschauen, der Eintritt ist kostenlos.

Auch immer mehr Führungen durch die Großstadt entlang der vielen Graffiti und Kunstbilder werden veranstaltet. Die Lebenszeit für solche Kunstwerke wird meistens auf 10-15 Jahre geschätzt, wodurch verständlich ist, dass sich über die Jahre immer mehr Malereien angesammelt haben. Berlins Stadt sieht das gelassen, vor allem Plattenbauviertel würden durch diese Fassadenkunst aufgewertet werden, damit wird sich vor allem auf Stadtteile wie Kreuzberg oder Lichtenberg bezogen.

Auch für dieses Jahr ist ein neues, großes Kunstprojekt geplant. Bereits März letzten Jahres ging der Hashtag #freiheitberlin auf der Social Media Plattform Twitter herum, darunter konnten Nutzer Kommentare zur Beziehung zwischen Freiheit und Berlin lassen und sagen, weshalb diese zwei Komponenten gut zueinander passen. Unter anderem ließ der Modeschaffer Michael Michalsky seine Meinung zurück: "Denken, was man will. Aussehen, wie man will. Lieben, wen man will."

Der Hashtag war der erste Teil einer Werbekampagne, jetzt kommt der zweite Teil.

So könnte das Zeichen aussehen. Mit zwei Meter Höhe und 20 Meter Breite ist dieses neue, temporäre Wahrzeichen für Berlin von Mai bis Juni geplant. Es soll auf dem Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof Mitte stehen, initiiert wurde das Projekt von der Wirtschaftsfördergesellschaft. Sowohl Laien als auch professionelle Künstler können die Buchstaben Anfang Mai gestalten, das Zeichen soll mindestens bis Juni stehen bleiben.

Das Ziel der Gesellschaft ist dabei, dass so viele Bilder wie möglich gemacht und geteilt werden sollen, das Zeichen und die Nachricht sollen um die Welt gehen. Eine erste Künstlergruppe wurde bereits zur Verschönerung des weißen Zeichens im Mai dazugeholt: "Die Dixons", ehemalige Teilnehmer des Projektes "The Haus" haben sich mit Freude dazu bereit erklärt, #FREIHEITBERLIN mitzugestalten.

Quellen:

www.wikipedia.de; www.rbb24.de; www.faz.net; www.tagesspiegel.de; www.berliner-zeitung.de; www.focus.de; www.morgenpost.de; www.noz.de; www.urban-nation.com; www.urbanshit.de; www.visitberlin.de

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