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El Chapo - Der Prozess um den Drogenboss beginnt

1957 in Sinaloa, Mexiko, geboren, wuchs Joaquín Guzmán in ärmlichen Verhältnissen auf. Genannt wird er, bedingt durch seine kleine Größe von 1.65m, El Chapo - "der Kleine". Schnell fand er Anschluss in kritischen Kreisen, wurde daraufhin oberster Chef des Sinaloa-Kartells, einem berüchtigten Drogenkartell Mexikos. Lange tauchte er unter, bald darauf folgte die erste Festnahme.

Am 09. Juni 1993 wurde Guzmán das erste Mal in Guatemala gefasst und zu 20 Jahren und 9 Monaten verurteilt. Etwas weniger als vier Jahre später floh er: am 19. Januar 2001 soll ein Befugter des Gefängnises Guzmáns Zelle geöffnet haben. Dieser versteckte sich in einem Wäschewagen und entkam. Es liegen Vermutungen nahe, dass der damalige mexikanische Präsident Vicente Fox einen Deal mit dem Schwerstverbrecher gemacht und 20 Mio. USD für die Hilfe zur Flucht erhalten hätte.

13 Jahre war er auf der Flucht, am 22. Februar 2014 wurde er wieder festgenommen. Dieses Mal dauerste es den Kriminellen nur 17 Monate, um einen 1.5km langen, 1.7m hohen und 0.8m breiten Tunnel zu graben. Ausgestattet mit Belüftung und Beleuchtung hatte Guzmán alle Möglichkeiten, eine perfekt geplante Flucht vorzubereiten, welche am 11. Juli 2015 stattfand.

Doch alle guten Dinge sind drei - zumindest für die mexikanischen und amerikanischen Behören. Am 08. Januar 2016 gelang ihnen eine letzte Festnahme des Drogenbosses. Dabei wurden fünf Personen getötet und ein Soldat verletzt. Ca. ein Jahr später wurde der Mexikaner an die USA ausgeliefert. Mexiko begründete dies damit, dass es wohl die einzige Möglichkeit sein würde, den Kontakt zwischen Guzmán und seinen Anhängern zu verhindern.

Jetzt, am 05. November 2018, hat der Prozess in Brooklyn begonnen. Insgesamt wurden dafür zwölf Jury-Mitglieder und sechs Ersatzkandidaten eingestellt. Von insgesamt 100 Geschworenen-Kandidaten wurden gleich zu Beginn 17 aussortiert aus Angst vor Rache und Vergeltung seitens der Anhänger El Chapos. Die letztendlichen Geschworenen stehen nun unter völliger Annonymität und genießen höchste Sicherheitsmaßnahmen. Auch die Straßen wurden für den Konvoi mit El Chapo zum Gericht teils gesperrt und großflächig überwacht. All diese Vorkehrungen sorgen dafür, dass der Prozess der teuerste in der gesamten US-Geschichte werden könnte. Angehängt werden Guzmán Drogenschmuggel, Waffenhandel, Mord und Geldwäsche. Zwischen 1989 und 2014 soll er mit seinen Anhängern 155 Tonnen Kokain und andere Drogen in die USA geschmuggelt haben. Der Prozess ist auf vier Monate angesetzt, es droht dem Kriminellen lebenslange Haft.

Der Prozess des ehemaligen Staatsfeindes Nr. 1 umfasst ganze 330.000 Seiten Dokumente, 117.000 Audioaufnahmen und zahlreiche Bilder. Seit seiner Auslieferung an die USA sitzt El Chapo in strenger Isolationshaft in einer fensterlosen Zelle. Besuch ist ihm von niemandem erlaubt, außer von seinen Anwälten und Zwillingstöchtern. Diesbezüglich hat sich seine Ehefrau zuletzt kritisch in den Medien geäuert, die Einzelhaft bekomme ihrem Mann nicht.

Guzmáns Vermögen wurde zuletzt 2012 auf 1 Mia. USD geschätzt, er war damals auf Platz 63 der mächtigsten Menschen der Welt (Forbes).

Quellen:

wikipedia.org; n-tv.de; web.de

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