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Greta Thunberg - Die neue Ikone der jungen Klimabewegung

Greta Thunberg - Die neue Ikone der jungen Klimabewegung

Mit ihrem selbstgebastelten Schild geht sie durch die Straßen Schwedens und bleibt vor dem Parlament stehen. Sie setzt sich hin, neben ihr steht das große Pappschild, auf dem "SKOLSTREJK FÖR KLIMATET" prangt. Seit einiger Zeit mischt Greta Thunberg, dessen Namen mittlerweile überall bekannt ist, die Welt der Politik auf.

Der Kampf des Mädchens richtet sich gegen den Klimawandel und vor allem die Ignoranz der Politiker diesbezüglich. Bekannt wurde sie zunächst auf lokaler Ebene, doch der direkte Bezug zur Politik mit ihrem Streik vor dem schwedischen Parlament verhalf ihr schnell zu internationaler Bekanntheit.

Auf dem EU-Klimagipfel in Kattowitz ergriff Thunberg das erste Mal direkt das Wort an die größten Politiker. Die zu dem Zeitpunkt (Dez. 2018) noch 15-jährige sprach im Auftrag von "Climate Justice Now". Die Organisation gilt als Grundbestand der Klimabewegung. Mit kräftigen, zielgerichteten Parolen überzeugte die Schwedin viele. Unter anderem erwähnte sie, dass es "die Leiden der Vielen" seien, die "für den Luxus der Wenigen bezahlen". Das Video der Konferenz machte schnell die Runde im Netz und erreichte auf Youtube über 300.000 Klicks.

 

"Euch gehen langsam die Ausreden aus und uns läuft die Zeit davon."

 

Viele Jugendliche auf der ganzen Welt ergriffen Partei und vertreten heute die Aussagen von Thunberg. Zunächst fanden vereinzelte Demonstrationen im Zwecke dieser Bewegung in Deutschland und anderen Ländern statt. So fanden sich am 18. Januar über 30.000 deutsche Schüler/innen in 55 Orten ein, um an einer der ersten sogenannten "Fridays For Future"-Aktionen teilzunehmen; alleine vor dem Hamburger Rathaus waren es 2000.

Das Prinzip hinter diesen Demonstrationen ist das des Schwänzens, um sich für die Umwelt einzusetzen. Die Schüler wollen möglichst vielen Leuten die Augen öffnen und ihnen zeigen, wie wichtig ihnen der Klimaschutz ist. Dafür finden sie sich alle paar Wochen in den Straßen ein. Mittlerweile gibt es mehr als 160 "Fridays For Future"-Gruppen in Deutschland. Das faszinierende dabei ist die Organisation, welche ausschließlich durch Personen aus den eigenen Reihen stattfindet. Von Anfang an bekamen die Demonstrationen mehr Aufmerksamkeit als zunächst erwartet was fortan eine genauere Planung des ganzen forderte. So kümmern sich jetzt engagierte Jugendliche um Pressetermine, Spendekonten zur Finanzierung der Materialien und die Ausarbeitung der Forderungen. Diese umfassende Organisation findet fast ausschließlich über Whatsapp statt.

In einem Interview mit der Zeit legte eine der Sprecherin der FFF-Gruppen, Julia Oepen, auch Wert darauf, hervorzuheben, dass sich die Schüler auch während der Ferien zusammenfinden. Dies soll den Kritikern entgegenwirken, welche das Schwänzen verurteilen. Es handele sich also nicht primär darum, den Matheunterricht zu verpassen, sondern viel mehr um das tatsächliche Engagement.

Dieses zielt vor allem auf die Verwirklichung des Pariser Abkommens ab. Oepen zufolge, bilde dieses die Grundlage für alle weiteren Forderungen. Die Pariser Klimaziele beinhalten grob zusammengefasst folgendes:

1. Die Begrenzung des Anstiegs der globalen Durchschnittstemperatur: Nach Möglichkeit solle die Erwärmung der Erde auf maximal 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau begrenzt werden.

2. Die Förderung der Klimaresistenz und geringere Treibhausgasemissionen: Hiermit soll bewirkt werden, dass eine bessere Anpassung an die Auswirkungen ermöglicht wird, wobei die Nahrungsmittelproduktion berücksichtigt werden soll.

3. Übereinkommen der Finanzströme mit umweltbewussterem Handeln: Somit sollen beispielsweise Investitionen in kohlenstoffintensive Projekte vermieden werden.

Bis jetzt soll es spätestens 2038 keine Kohlekraftwerke mehr in Deutschland geben. Das ist der Klimabewegung zu spät, sie fordern schnellere und konsequentere Umsetzung der Versprechungen. Ihr Motto:

 

"Wir streiken bis ihr handelt!"

 

Immer wieder ist Greta Thunberg Kritik im Netz ausgesetzt - sowohl von Unbekannten als auch von Politikern oder anderen Persönlichkeiten. Zuletzt mischte sich der CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak infolge von Thunbergs Kritik bezüglich des oben genannten Versprechens ein:

 

"Greta Thunberg findet den deutschen Kohlekompromiss 'absurd' - Oh, man ... kein Wort von Arbeitsplätzen, Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit. Nur pure Ideologie. Arme Greta!"

 

Umgehend verteidigten viele Twitternutzer die junge Klimaaktivistin. So bemängelte der Chefredakteur des Handelsblattes die Kritik des deutschen Politikers an einer 16-jährigen, welche sich gerade für ein besseres Klima in der Welt und auch Deutschland einsetzt. Andere Vorwürfe an Thunberg beinhalten unter anderem, dass sie von ihren Eltern ausgenutzt werden würde, sich aufspiele und übertreibe. Auch finden sich diverse Angriffe bezüglich des Asperger-Syndroms, welches die Schwedin hat - selbst wenn diese Kritiken oftmals ohne Kontext oder Bezug zum eigentlichen Thema entstehen.

Die FFF-Bewegung hat mittlerweile auch eine eigene Website. Auf dieser sind verschiedene Angaben zu kommenden Terminen verzeichnet, unter anderem auch die geplanten globalen Proteste am 15. März 2019. Des Weiteren finden sich auf der Internetseite auch Informationen zu der Teilnahme an den Protesten oder zu den Spendemöglichkeiten. Die Kontaktaufnahme mit den Organisatoren der Bewegung wird über ein Kontaktformular erleichtert.

Quellen:

Jakob Blasel: Schüler für Klimaschutz. "Ich streike, bis gehandelt wird". In: https://www.tagesschau.de/inland/gastbeitrag-schuelerproteste-klimaschutz-101.html

Interview mit Julia Oepen: Fridays For Future. "Uns geht es nicht darum, die Schule zu schwänzen". In: https://www.zeit.de/hamburg/2019-01/fridays-for-future-klimademo-schuelerinnen-protest-hamburg

Annette Kögel und Niklas Liebetrau: Klimaaktivistin Greta Thunberg, 15: "Mein Appell an die Welt". In: https://www.tagesspiegel.de/berlin/klimaaktivistin-greta-thunberg-15-mein-appell-an-die-welt/23779892.html

Nadja Ayoub: CDU-Generalsekretär spottet über Greta Thunberg - und blamiert sich. In: https://utopia.de/greta-thunberg-twitter-paul-ziemiak-126453/

Wikipedia: Übereinkommen von Paris. In: https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbereinkommen_von_Paris

Website der FFF-Bewegung. In: https://fridaysforfuture.de/

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