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Donald vs. Kim - Einig in der Uneinigkeit

Donald vs. Kim - Einig in der Uneinigkeit

Das Verhältnis zwischen Kim Jong-Un und Donald Trump war schon immer problematisch. Der eine ist seit acht Jahren "Oberster Führer" der Demokratischen Volksrepublik Nordkorea, der andere ist seit 2017 der 45. Präsident der Vereinigten Staaten Amerikas. Doch die Entfernung der zwei Kontinente und Politiker wird durch eine gemeinsame Leidenschaft überbrückt: die Liebe zur Macht.

Die Geschichte zwischen Trump und dem Nordkoreaner läuft bereits seit einiger Zeit. Im August 2017 entschied der neue amerikanische Präsident unter anderem, dass US-Bürger nicht mehr nach Nordkorea einreisen dürfen, sofern sie keinen in dem Land gültigen, ausländischen Reisepass besitzen. Darauf folgten das ganze Jahr über verschiedene Auseinandersetzungen zwischen den Ländern. In der Neujahrsansprache 2018 des nordkoreanischen Befehlshabers wurden dann etwas klarere Worte gefunden: Sein Atomknopf liege immer einsatzbereit auf seinem Schreibtisch. Trump antwortete darauf, dass sein Atomknopf größer sei und funktioniere. Die Debatte ähnelte zunächst einer Zankerei auf Grundschulniveau, dennoch lief es den meisten kalt den Rücken hinunter, als Trump das folgende Zitat in einer Sitzung hervorbrachte:

 

"North Korea best not make any more threats to the United States. They will be met with fire and fure like the world has never seen."

 

Übersetzt heißt das in etwa, dass Trump Nordkorea mit Feuer und Wut, wie die Welt sie noch nie gesehen hat, entgegenkommen werde, wenn sie die USA weiterhin bedrohen werden.

In seiner diesjährigen Neujahrsrede sagte Kim Jong-Un, er werde "einen anderen Weg" gehen, wenn die USA die Sanktionen gegen Nordkorea nicht aufhebe. Dies war folglich eines der zwei Hauptthemen beim zweiten persönlichen Gespräch der beiden Machthaber.

Trump und Kim trafen sich vergangene Woche in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. Ersterer hatte sich zuvor positiv gegenüber des Landes geäußert: Vietnam "gedeih[e] wie wenige Orte auf der Erde". Nordkorea könne "sehr schnell das gleiche haben", wenn es einer Denuklearisierung zustimme. Dies war der zweite Streitpunkt bei diesem Gipfeltreffen, zu welchem Journalisten übrigens wenig Zugang erhielten. Lediglich eine Print-Journalistin des "Wall Street Journal" wurde zu einer Sitzung zugelassen, andere Reporter mussten den Raum verlassen. Die Begründung bot dabei Trumps Pressesprecherin: "Wegen des sensiblen Charakters des Treffens" sei der Reporterpool für das Dinner minimiert worden. Medienvertreter fühlten sich in Folge dessen unterdrückt und beklagten sich über eine Zensur. Dies begründeten sie daran, dass sie in Folge von kritischen Fragen bezüglich der Vorwürfe von Trumps Ex-Anwalt Michale Cohen den Raum verlassen mussten.

Beim Treffen wurde auch der Vorfall des US-amerikanischen Studenten Otto Warmbier angesprochen. Der 22-jährige wurde Januar 2016 wegen "Straftaten gegen den nordkoreanischen Staat" in dem Land inhaftiert. Nach 17 Monaten Freiheitsstrafe wurde Warmbier im Sommer 2017 wieder freigelassen, verstarb allerdings kurz nach seiner Rückkehr in die USA. Der Vorwurf: Der Student soll misshandelt worden und an seinen Verletzungen gestorben sein. Nordkorea hingegen hält an dem Verdacht auf eine Lebensmittelvergiftung fest. In Hanoi sagte Kim, er habe nichts davon gewusst, Trump "nehme ihn beim Wort": "Ich glaube nicht, dass er es erlaubt hätte, dass das passiert." Dafür wird er von vielen kritisiert. So äußerte sich der demokratische Senator Mark Warner: "Anscheinend ist der Präsident der Vereinigten Staaten der Einzige, der diese offensichtliche Lüge glaubt." Doch auch aus den eigenen Reihen hallt Empörung. So sagte Kevin McCarthy:

 

"Ich sehe Nordkoreas Füherr nicht als jemanden an, der ein Freund ist. Wir alle wissen, was mit Otto passiert ist, wir wissen, was dieses Land getan hat."

 

Doch all der Aufwand für ein eigentlich hoffnungsvolles Treffen endete in einem kurzzeitigen Abbruch am zweiten Tag. Diesen teilte das Weiße Haus mit. Ein geplantes Mittagessen sowie eine zu unterschreibende Erklärung fielen somit ins Wasser. Trump empfand das Gespräch dennoch als positiv und versprach, dass die Verhandlungen weitergehen würden.

 

"Wir hatten eine produktive Zeit, doch wir hatten das Gefühl, dass es keine gute Idee wäre, etwas zu unterzeichnen."

 

Während Kim versprach, die Atomwaffentests bis auf weiteres zu unterlassen, konnte kein vollständiger Kompromiss gefunden werden. Die USA hatte gefordert, dass Nordkorea seine Atomwaffenarsenale unwiderruflich aufgibt, was nicht den Vorstellungen des "Obersten Führers" entsprach. Er forderte, dass jegliche Sanktionen auf Nordkorea aufgehoben werden und die US-Truppen aus Nordkorea abziehen. Dem konnte die USA unter bestehenden Umständen allerdings nicht zustimmen.

Wikipedia: Kim Jong-Un. In: https://de.wikipedia.org/wiki/Kim_Jong-un. Letzter Aufruf: 02.03.2019.

Peter Mühlbauer: Hanoi: Trump lockt Kim mit Wirtschaftswachstum. In: https://www.heise.de/tp/features/Hanoi-Trump-lockt-Kim-mit-Wirtschaftswachstum-4322171.html. Letzter Aufruf: 02.03.2019.

ARD: Trump-Kim-Dinner in Hanoi. USA schließen Reporter aus. In: https://www.tagesschau.de/ausland/reporter-trump-kim-101.html. Letzter Aufruf: 02.03.2019.

ARD: Gipfel in Hanoi beendet. Trump und Kim erzielen keine Einigung. In: https://www.tagesschau.de/ausland/trump-kim-gipfel-123.html. Letzter Aufruf: 02.03.2019.

Sputnik: In Haft gestorbener US-Student: Trump glaubt Kim und erntet heftige Kritik. In: https://de.sputniknews.com/politik/20190301324159121-trump-kim-otto-warmbier/. Letzter Aufruf: 02.03.2019.

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