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Lil Peep - "Wenn ich sterbe, werdet ihr mich lieben"

Lil Peep - "Wenn ich sterbe, werdet ihr mich lieben"

Gustav Elijah Ahr war nur 21 Jahre alt, als er am 16. November 2017 tot in seinem Tourbus aufgefunden wurde. Der US-Amerikaner wurde über Soundcloud und Youtube bekannt, seine Musik beschrieb man als Lo-Fi-Rap oder Emo-Trap. Die New York Times betitelten ihn bereits als "Kurt Cobain des Lo-Fi-Raps". Songs wie "Crybaby" oder "Hellboy" erreichten auf Soundcloud und Youtube mehrere tausend Aufrufe. Mit teils düsteren Melodien und genuschelten Phrasen über Süchte und Suizid-Gedanken sprach er oftmals das aus, was Betroffene nicht über die Lippen bekamen. Doch sein Tod deckt einen tragischen Trend auf, welcher in den USA seit Längerem die Runde macht.

Im US-amerikanischen HipHop waren Drogen und ihre Verherrlichung schon immer Bestandteil der Songs. Jetzt allerdings finden immer mehr Musiker Gefallen an beschreibungspflichtigen Medikamenten, ihre Popularität wird zum neuen Thema. Vor allem die sogenannten "Soundcloud"-Rapper gehen dem Trend nach. Lil Peep lässt sich dabei mit Lil Xan oder XXXTentacion vergleichen. Ersterer macht mit seinem Künstlernamen bereits auf die Angstlöser-Tablette Xanax aufmerksam. Sie wurde Lil Peep später zum Verhängnis.

Er war für die Drogenverherrlichung in seiner Musik und auf Instagram bekannt. Dort verfolgten Millionen von Followern seine Abstürze und Exzesse. Das ist durchaus ein polemisches Thema, da 2016 ganze 59 000 Amerikaner an einer Drogenüberdosis starben - das sind ca. 161 Menschen am Tag! Donald Trump rief ein Jahr später den nationalen Gesundheitsnotstand aus. Dabei war die sogenannte Opioid-Krise, also der Missbrauch von Schmerzmitteln, der Auslöser. Auch bei Lil Peep wurden Schmerzmittel im Blut gefunden, allen voran das o. g. Xanax sowie das Opiat Fentanyl. Gemeinsam führen die Medikamente unter anderem zu Atemnot, einem komatösen Zustand und daran anschließend dem Tod. Nebenbei waren im Blut des Musikers auch Marihuana und Kokain enthalten. Doch war es wirklich Selbstmord?

Der Bruder von Gustav glaubt nicht an einen Suizid: "Es war ein Unfall, es war wirklich ein Unfall. Er war super glücklich darüber, wo er im Leben gerade stand." Ihm zufolge, habe er Leute vom Selbstmord abhalten wollen. Stattdessen gibt das Familienmitglied der Musikindustrie die Schuld, da sie die Künstler zu sehr unter Druck setze. Vor dem Konzert, welches Gustavs Tod vorausging, postete dieser noch auf Instagram, dass er sechs Xanax-Tabletten genommen habe. Darunter die Bildunterschrift: "I'm good, I'm not sick".

Auf seinem August 2017 erschienenen ersten Album ("Come over when you're sober, PT. 1") wurden gewisse Selbstmordgedanken bereits des öfteren thematisiert. Dabei waren zum Beispiel Strophen wie folgende auffällig: "What is happy I always have happiness for like 10 seconds and then it's gone. I'm getting so tired of this." Unter einem seiner letzten Instagram-Posts stand außerdem folgendes:

 

"Wenn ich sterbe, werdet ihr mich lieben."

 

Die Trauerfeier war den Fans ebenso nahe wie der Künstler ihnen zu Lebzeiten. Sie fand in der Nähe des Allegria Hotels statt, hunderte Fans versammelten sich dort und standen der Familie bei. Doch auch nach seinem Tod scheint der Musiker weiterzuleben. Am 09. November 2018, also fast ein Jahr später, erschien ein zweites Album, "Come over when you're sober, PT. 2". Es stellt das Sequel zum ersten Album dar. Zudem wurde das Lied "Falling Down" in Zusammenarbeit mit dem Sommer 2018 erschossenen Künstler XXXTentacion im selben Jahr veröffentlicht.

Die Fans konnten ebenfalls vergangenes Jahr auch selbst an der Ewigkeit ihres verstorbenen Lieblingskünstlers mitarbeiten. Das Label des Musikers nahm vom 01. bis 08. August 2018 Desings für eine geplante Fashionkollektion zu Ehren Gustavs entgegen. "NO SMOK!NG" war bereits vor dessen Tod geplant, die Schöpfer erhalten einen Anteil am Verkauf. Zuletzt soll dieses Jahr am 10. März eine lang erwartete Dokumentation über Lil Peeps Leben erscheinen, welches während des SXSW-Festivals in Austin, Texas, Premiere feiern wird.

 

In diesem Text wird das Thema Suizid thematisiert. Sollte sich jemand angesprochen fühlen oder kennt jemand anderen, der womöglich in Gefahr ist, findet der- oder diejenige hier Hilfe:

Nummer gegen Kummer: 116 111

Info-Telefon Depression: 0800 / 33 44 533 (Mo, Di, Do: 13-17h; Mi, Fr: 8.30-12.30h)

Infos für Eltern: 0800 / 111 0 550

 

Wikipedia: Lil Peep. In: https://de.wikipedia.org/wiki/Lil_Peep#Karriere. Letzter Zugriff: 05.03.2019.

Helena Düll: Youtube-Star Lil Peep starb an Überdosis. In: https://www.rollingstone.de/youtube-star-lil-peep-starb-an-ueberdosis-1420285/. Letzter Zugriff: 05.03.2019.

Jana Weiss: Rapper Lil Peep. Drogentod auf Instagram. In: https://www.zeit.de/kultur/musik/2017-11/rapper-lil-peep-ueberdosis-xanax-hip-hop-usa. Letzter Zugriff: 05.03.2019.

ME-Redaktion: Lil Peeps Todesursache: Bruder glaubt nicht an absichtliche Überdosis. In: https://www.musikexpress.de/lil-peeps-todesursache-bruder-glaubt-nicht-an-absichtliche-ueberdosis-970397/. Letzter Zugriff: 05.03.2019.

Gala: Bewegende Trauerfeier für den Rapper. In: https://www.gala.de/stars/news/lil-peep------bewegende-trauerfeier-fuer-den-rapper-21534458.html. Letzter Zugriff: 05.03.2019.

ME-Redaktion: Posthumes Sequel: Seht hier Lil Peeps erstes Video zum neuen Album. In: https://www.musikexpress.de/posthumes-sequel-seht-hier-lil-peeps-erstes-video-zum-neuen-album-1141919/. Letzter Zugriff: 05.03.2019.

Noizz.de: Doku über verstorbenen Lil Peep: Jetzt steht das Release-Datum. In: https://noizz.de/musik/dokumentation-uber-verstorbenen-lil-peep-jetzt-steht-das-release-datum/z9vzgd5. Letzter Zugriff: 05.03.2019.

MTV: Die Fans von Lil Peep dürfen eine Fashionkollektion für den verstorbenen Rapper designen. In: http://www.mtv.de/news/1xowsn/die-fans-von-lil-peep-duerfen-eine-fashionkollektion-fuer-den-verstorbenen-rapper-designen. Letzter Zugriff: 05.03.2019.

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